Teenager & Pubertät – Wenn Eltern ihr Kind nicht mehr verstehen Teil 2

Shownotes

Pubertät stellt vieles auf den Kopf, für Jugendliche und für Eltern. Nähe fühlt sich plötzlich schwierig an, Gespräche brechen ab und das Gefühl entsteht: Ich verstehe mein Kind nicht mehr. Gemeinsam mit Caroline Naumann (Internatsleiterin, Mitarbeiterin im schulpsychologischen Dienst und Pädagogin) sprechen wir anhand realer Geschichten über Pubertät, Beziehung und das Gefühl, das eigene Kind plötzlich nicht mehr zu verstehen.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Hi, schön dass du eingeschaltet hast bei Inbindung.

00:00:04: Dem Podcast Nummer eins für glaubensbasierte Elternschaft.

00:00:07: Bei uns geht es darum wie du dein Kind liebevoll begleiten kannst während du selbst im Glauben und in deinen Beziehungen wächst.

00:00:14: Heute im Studio ist mit mir Caro Naumann und mein Name ist Anna Born Und in dieser Folge sprechen wir über das Thema Teenager & Pubertät Teil zwei.

00:00:24: Falls du unseren Podcast noch nicht abonniert hast dann rück jetzt auf folgen und verpasse keine Episode.

00:00:30: Vielen Dank, dass du dabei bist.

00:00:32: Lass uns starten!

00:00:42: Ja hallo Karo ich begrüße dich herzlich hier bei Teil zwei unseres Themas über Pubertät und die Eltern.

00:00:49: Schön, dass Du da bist.

00:00:51: Pubertäd ist ja ein sehr herausforderndes Thema für Eltern aber auch für Jugendliche.

00:00:56: wir haben in der letzten Folge schon besprochen wie geht man um mit Grenzüberschreitungen Alkohol Party was braucht eine Eltern-Kindbeziehung in dieser Phase besonders.

00:01:11: Und heute schauen wir uns auch noch mal ganz praktische Beispiele an, wie werden auch über Medien sprechen?

00:01:17: Aber auch so ein bisschen über die Sorgen, die christliche Eltern haben.

00:01:22: Ich fange mal mit dem ersten Thema an, was typisch ist für Jugendliche oder Teenager diese Gleichgültigkeit.

00:01:32: Man fragt etwas und sagt mir doch egal ... Ja, keine

00:01:37: Ahnung.

00:01:38: Lass mich in Ruhe!

00:01:39: Oh ne, weiß nicht... Kennst du das auch aus deiner Arbeit?

00:01:44: Oder als Mutter?

00:01:45: Ja klar, kenne ich auch ja.

00:01:47: Was steckt eigentlich hinter dieser Gleichgültigkeit?

00:01:49: Es ist eine gute Frage wenn ich die beantworten könnte.

00:01:53: Also ich glaube es ist manchmal auch Gesprächsvermeidung tatsächlich einfach kein Bekommening zu reden Oder sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, weil sie gerade andere Sachen im Kopf haben oder einfach schon viel war.

00:02:05: Oder viele Anstrengungen waren den Tag.

00:02:07: Also praktisch subjektiv in der Eigenwahrnehmung für Sie selbst, praktisch in der Schule irgendwas nicht gelaufen ist.

00:02:12: So eine Art Abgrenzung?

00:02:13: Genau!

00:02:14: Einfach so.

00:02:14: ich habe jetzt eigentlich keinen Bock mehr.

00:02:16: Ich glaube das da schon viel dabei dran ist.

00:02:19: Das ist ein bisschen das was wir letztes mal gesprochen haben die Slots nutzen wenn Sie selber kommen sozusagen.

00:02:26: dass die tatsächlich komplett gleichgültig sind zu allen Dingen.

00:02:29: Sondern ich glaub, dass oft Themen der Erwachsene ansprechen oder wo man anfängt irgendwie ins Gespräch zu gehen, dass die Jugendlichen da eben keine Lust drauf haben zu reden.

00:02:40: Andererseits gibt es doch ganz banale Sachen wie ... Habt ihr Essensvorschläge für die Woche?

00:02:45: Ist mir egal!

00:02:46: Und dann kocht man irgendwas und dann hab ich jetzt aber gar keine Lust darauf.

00:02:50: Da könnte ich persönlich immer ... in die Luft gehen, das find ich immer sehr schön.

00:02:54: Ist eine Kleinigkeit aber nervt mich maximal tatsächlich.

00:02:57: Aber ich sag noch immer ... Ich hab dich gefragt!

00:03:00: Wenn du mir nichts sagst, dann ist es halt wie's is', ne?

00:03:04: Aber ja, nee.

00:03:05: also da kann ich leider keine gute Antwort drauf geben außer selbst ein bisschen zu raten warum die Kinder reagieren bis sie reagieren.

00:03:13: So schwäß'n sie nicht zu sagen, ich würd gern das und dass essen.

00:03:16: Ja, ich war mal auf einer Teenie-Freizeit als Helferin dabei als Leiterin Und auch da, ich war so verunsichert.

00:03:24: Ich hab halt gesehen, okay, da sitzen ein paar Teenager und dann hab ich gefragt hey, wollt ihr vielleicht Tischtennis spielen?

00:03:31: Mhm.

00:03:32: Weiß nicht ... War ich auch so von sichert.

00:03:35: Ist das ein Ja oder ist es ein Nein?

00:03:37: Habt ihr Lust einen anderen Spiel zu spielen?

00:03:39: Oder ja... Also diese Unsicherheit, die habe ich so stark gespürt.

00:03:45: Ich wusste nicht was dränge ich mich jetzt total auf.

00:03:48: Soll ich noch weiter nachfragen?

00:03:51: Da einfach so ein Gefühl zu ... entwickelt man das als Elternteil?

00:03:55: Ja, und auch aus Pädagogen.

00:03:57: Weil wenn wir mit unseren Internatsjugendlichen unterwegs sind,

00:04:01: z.B.,

00:04:01: also wir machen Unternehmungen oder eben auch mal einen Kennenlernwochenende, wo dann wirklich für zwei Nächte auch weg sind gemeinsam mit ihnen.

00:04:09: Und da merkt man das ja dann auch stark.

00:04:12: Wir versuchen immer vom Programm nicht zu viel zu machen, damit sie auch Zeit miteinander haben und die ganze Zeit mit uns abhängen müssen und irgendwas machen müssen.

00:04:20: Aber abends zum Beispiel, man kann ein bisschen beobachten.

00:04:22: Man kriegt schon einen Blick dann dafür, ob die grad Bock haben einfach unter sich zu sein und das passt eigentlich gut von der Dynamik und die langweilen sie ja auch nicht oder ob man eben sagt komm hingehen.

00:04:31: aber ich frag meistens gar nichts, sondern sagst so wir machen jetzt folgendes wer ist dabei?

00:04:38: Also genauer ist es eher so dann dass ich gar nicht groß frage und dann sagt jeder zweite nee das jetzt gerade weiß ich nicht mal schauen und vielleicht später Sondern einfach das mache ich jetzt.

00:04:49: Wer ist dabei?

00:04:49: Hopp, hopp!

00:04:50: Lass gehen.

00:04:51: Ja also... Ich finde es war ein wichtiger Punkt den du angesprochen hast diese Beziehung die ich ja jetzt als Leiterin die da neu dazukommt und die Jugendlichen gar nicht kennt, gar nicht hab.

00:05:02: aber wenn man eine Beziehungen zu den Teenagern-Jugendlichen entwickelt dann weiß man was dieses gleichgültige vielleicht bedeutet oder kann es anerschätzen.

00:05:11: Ich glaub, man kriegt so ein Gefühl einfach.

00:05:12: Weil wenn ich ehrlich bin, beim Kennenlernwochen sind auch viele dabei, die ich nicht kenn.

00:05:15: Sie sind zum ersten Maler, das ist in der Regel das erste Wochenende bei der Schule beginnt?

00:05:20: Das heißt ... Ich kenne die nicht!

00:05:22: Viele nicht.

00:05:23: Wir nehmen immer im Beall der Hasen mit, sag' ich mal, damit es sich schön durchmischt und sie sich auch kennenlernen.

00:05:28: Aber man kriegt so einen Gespür einfach.

00:05:30: Man merkt zu an den Gesichtern, ob dem Gesprächs sind oder wie's denen geht.

00:05:35: Die ganze Körperhaltung und so, da merkt man schon viel.

00:05:38: Genau deswegen ja...

00:05:40: Ja, in dieser Stelle möchte ich dich vielleicht noch kurz vorstellen.

00:05:42: Das hab' ich am Anfang verpasst damit auch alle wissen was du machst und dein Hintergrund ist.

00:05:47: Du bist Internatsleiterin?

00:05:48: Ja!

00:05:49: Du bist Pädagogin Lebens- und Sozialberaterin.

00:05:54: Du hast auch Theologie studiert Und du berätst vor allem auch Eltern und Jugendliche.

00:06:03: Genau.

00:06:03: Ich würde sagen, ich berate vor allem Jugendlicher und dann eben ab und an noch die Eltern dazu, wenn es notwendig ist.

00:06:08: Also weil ... Die Schüler kommen mit ihren Themen zu mir jetzt im Schulpsychologischen Dienst, wo ich auch arbeite.

00:06:14: Im Internat sowieso.

00:06:16: also unsere Jugendlichen sind unsere Hauptansprechpartner.

00:06:20: klarerweise aber logisch besprechen wir auch vieles mit den Eltern und Beraten auch Eltern, wenn's nicht dann ist oder ich eben auch punktuell im Schul-Psychologischen-Dienst

00:06:29: Ja, dadurch bringst du auch hinten eine Riesenmenge Erfahrung mit.

00:06:33: Was jetzt auch so ein ganz ... ja, ganz heikles Thema ist bei Eltern und jünglichen Teenagern sind die Medien.

00:06:44: also es fängt schon bei kleinen Kindern an wie viel darf mein Kind gucken?

00:06:48: Und sobald ich sage ausmachen kriegt das Kind einen Wutanfall Ein Thema, was fast von klein auf mitzieht.

00:06:57: Und das verändert sich ja auch.

00:07:00: Sobald die Kinder klein sind hat man mehr Kontrolle.

00:07:03: Wir haben letztmal schon gesprochen ... Wenn die Kinder älter werden in die Pubertät kommen, dass man ein Stück weit Kontrolle loslässt und mehr Vertrauen schenkt, wie sieht es beim Thema Medien aus?

00:07:15: Was sind so die Hauptstreitpunkte?

00:07:19: Wie kann man damit umgehen?

00:07:20: Ja!

00:07:21: Ganz, ganz schwieriges Thema.

00:07:24: Weil Super-Heckel bei beiden Seiten und eigentlich kann man sich als Pädagoge auch mit jeder Aussage nur in die Nesseln setzen, weil der eine ist jetzt so oder andere jetzt so... Es polarisiert ziemlich das Thema.

00:07:36: Grundsätzlich was ich sagen kann.

00:07:38: also es gibt ja ganz klare Studienlage aber da muss ich ehrlich sagen bin ich jetzt gerade nicht up to date.

00:07:44: Das würde mich jetzt nicht trauen zu sagen das ist gerade Stand der Dinge Aber in jedem Fall ist es lieber viel weniger als mehr, also das auf jeden Fall.

00:07:55: Auch jetzt was eben das Thema betrifft wie das Gehirn sich verändert?

00:08:01: Wie viele Aufmerksamkeitsspanne du hast wenn du die Reals nur anguckst, die zehn Sekunden lang sind und dann gleich weit des Vibes und so.

00:08:07: Also klar brauchen wir nicht darüber reden dass das nicht ein positiv perfektes

00:08:11: Impact hat.

00:08:12: Und dass es einen Impact hat, das wies man!

00:08:15: Keine Frage natürlich.

00:08:18: Wenn es jetzt um die Zeit gibt, auch da gibt's so ein paar Faustregeln eben immer mal wieder aber ... Also ich find super schwierig weil je nachdem wie die Kinder ticken, je nach dem... Also es gibt ja Kinder, die sind zum Beispiel auch so punktuell also wenn sie zu Hause sind Mal dann sitzen die irgendwie für vier fünf Stunden und spielen irgendwas sind aber dann wieder drei Tage nur draußen mit den Freunden wo ich denke Dann gibt es verschiedene Bereiche, die immer wieder angesprochen werden von den Eltern.

00:08:49: Sowohl das Zocken am PC als auch eben Social Media, Handys oder was anderes.

00:08:55: Dann gibt's noch das große Überthema wie Screen Time.

00:08:59: also alles was am Screen ist zählt dann da schon

00:09:01: rein.

00:09:02: Dann gibt's wieder das Jahr, ich guck nur Serie am Abend zwei Stück.

00:09:05: Da sind ja schon eineinhalb Stunden rum ... Wenn ich sage, ich darf zwei Stunden Screentime haben, wenn ich mir das angucke, um noch einen chilligen Abend zu haben, dann kann ich nicht mehr Social Media machen den ganzen Tag oder irgendwas.

00:09:17: Oder mit Freunden noch chatten?

00:09:20: Also super schwieriges Thema finde ich.

00:09:22: Und ich mach das sehr punktuell.

00:09:25: Also wenn Eltern mit mir sprechen, ich versuch immer, den gesamten Kontext zu erfragen und immer zu gucken Wie ist es zu Hause, wie ist das Sozialleben vom Jugendlichen?

00:09:36: Auch das nehme ich.

00:09:39: Also ... Ist ja auch ein Fluchtthema.

00:09:41: Wenn ich vor etwas flüchten möchte, dann flüchte ich mich in einen Spiel zum Beispiel.

00:09:46: Muss nicht ein Fluchthema sein, kann aber ein sein!

00:09:49: Das ist natürlich immer spannend, wenn ich mitkriege, dass es zuhause stark kriselt und die Eltern viel streiten, voll den Stress haben.

00:09:55: Und mir die Jugendlichen erzählen, ich gehe mein Zimmer, weil ich halte das nicht aus.

00:10:00: Und dann kriegen sie einen Schiss, weil sie zwei Stunden im Zimmer waren und gezockt haben.

00:10:05: Ja?

00:10:05: Wo ich denke okay... Also man muss ja immer so die Gesamtsituation sehen und deswegen finde ich das supertricky!

00:10:11: Ich will es nicht schönreden, ich will nicht sagen dass das kein Thema ist um Gottes viele Seasons und da ist sicher auch ganz viel wo wir hinschauen müssen und gut darauf achten müssen.

00:10:20: aber es gibt eben sehr viele verschiedene Ausprägungen und Gründe und Settings und Situationen die man einfach berücksichtigen muss finde ich also

00:10:29: Ja, und das Schwierige an dem Thema finde ich auch.

00:10:31: Das ist ja eher was Modernes, sage ich mal.

00:10:34: Unsere Generationen sind anders aufgewachsen.

00:10:36: Da fing das alles so an ganz langsam.

00:10:38: Unsre Kinder werden jetzt in eine Welt hineingeboren, wo es ... Das kann man

00:10:42: sich nicht

00:10:43: wegdenken.

00:10:43: Das gehört einfach dazu.

00:10:47: Gesellschaft zu haben um sich zu ... Man kann dem Thema nicht entkommen.

00:10:53: Und gleichzeitig merke ich auch, dass bei ... vielen Eltern so die Alarmglocken schlagen und sie dann sagen, okay gar keine Medien.

00:11:02: Was heißt du denn von so ganz radikalen Sachen?

00:11:05: Nix!

00:11:07: Also ab einem gewissen Alter nix weil das funktioniert auch nicht.

00:11:12: ich kenn Schüler die haben ... kein Handy und haben natürlich ein Handy.

00:11:17: Die Eltern wissen das halt nicht, dann gibt es die Eltern, die besonders clever sind und dem Kind das Handy abnehmen.

00:11:23: Und natürlich denken sie, das Kind hat dann kein Handy!

00:11:25: Aber das Kind hatte ein Handy?

00:11:27: Nämlich ein zweites.

00:11:28: Das ist witzig weil du das sagst, ich hab ja schon die Teenie Freizeit erwähnt oder was auch so.

00:11:34: die Kinder sollten... die Handys abgeben und es gab dann nur bestimmte Handyzeiten, wo sie sich das Handy nehmen konnten.

00:11:40: Jeder gibt brav sein Handy ab.

00:11:42: Mittlerweile wissen wir schon ... Es gibt auch zwei Handys?

00:11:45: Natürlich haben wir nach dem Zweithandy gefragt.

00:11:48: Das wird auch brav abgegeben.

00:11:50: Gegen Ende der Freizeit haben wir durch andere Jugendliche erfahren, da gibt's einen, der hat noch ein drittes Handy dabei gehabt.

00:11:56: Wir hatten gar keine Chance, das irgendwie

00:11:58: zu kosten.

00:12:00: Ich sag ja nicht, es ist keine Regeln, keine Grenzen.

00:12:03: Das ist nie mein Thema!

00:12:04: Aber man muss immer gucken, lieber reden, lieber Kompromisse finden.

00:12:09: Lieber schauen was ist das Bedürfnis dahinter?

00:12:12: Das hatten wir auch letztes Mal schon in der letzten Folge wo wir gesprochen haben.

00:12:16: also ich bin da bin ich wirklich davon überzeugt dass das der bessere Weg ist.

00:12:21: So eine strenge Regel führt ihr dann dazu, wenn das Kind heimlich ein Handy hat.

00:12:25: Dann habe ich hier gar keine Kontrolle.

00:12:29: Sie erzählen

00:12:30: ja auch nichts mehr?

00:12:32: Also besser gemeinsam zu kommunizieren, Kompromisse zu finden und schauen okay womit was für mich noch ok und wo was braucht das Kind?

00:12:41: Immer

00:12:41: besser!

00:12:42: Weil auch da mal letztes Mal so ein bisschen drücksprachend das Thema Kontrolle ist halt wirklich.

00:12:48: Als Eltern denkt man, man kann die Dinge noch kontrollieren in dem Alter.

00:12:51: Aber wie gesagt ab vierzehn aufwärts ... das ist lächerlich!

00:12:55: Das ist eine Illusion.

00:12:56: Kontrolle ist eine illusion.

00:12:58: Weil du kannst eben noch ein bisschen ... Du kannst dir begleiten und unterstützen.

00:13:02: Du kannst gucken, dass man eine freundschaftliche Beziehung aufbaut.

00:13:05: Ich sag nicht nur Freunde sein, mal als Eltern kein Thema.

00:13:09: Aber eben eher eine freundschaftliche Beziehung zu haben, weil mich das viel weiterbringt.

00:13:14: Und meine Grundregel ist eigentlich immer, dass ich sage, lieber die Beziehungen zu haben zum einem Kind als meine Regel durchgesetzt zu haben.

00:13:21: Also so blöd es jetzt klingt und wer mich kennt, der muss immer schmunzeln, glaube ich, wenn ich sowas sag?

00:13:27: Weil ich bin echt rigoros und ich bin total klar ... Da gibt's nicht viele Spieleraumen.

00:13:33: Wenns mal so ist, dann ist es so.

00:13:35: Aber was das betrifft... Da finde ich immer, also Redenbeziehung und Kompromiss immer zuerst.

00:13:42: Also aus meiner Sicht immer die bessere Variante.

00:13:45: Mhm,

00:13:45: auf jeden Fall!

00:13:47: Kannst du ein paar Regeln geben?

00:13:50: Ich weiß nicht ob ihr Zuhause Regeln habt für Medien.

00:13:54: Was könnte da so hilfreich sein um doch irgendwie die Verantwortung für die Gesundheit des Kindes zu übernehmen aber auch dem Kind genug Freiraum zu geben?

00:14:04: Also mit meinen Kleinkindern weiß ich, wir haben bestimmte Regeln.

00:14:06: Sie dürfen zum Beispiel in der Woche Sendung gucken wie Checker-Tobi ... oder so ähnliches und am Wochenende oder in den Ferien können sie auch Comics gucken die ich total blöd finde aber die sie lustig finden oder dass sie nach einer bestimmten Zeit ausmachen.

00:14:23: das klappt wunderbar.

00:14:24: Aber wenn die Kinder jetzt älter sind und man das nicht kontrollieren kann welche Sprachen ganz praktisch kann man da treffen?

00:14:33: Super tricky, weil ich hab das heilig bei mir zu Hause keine Regelungen mit meinen Kindern.

00:14:40: Weil ... ja auch da, ich kuck halt!

00:14:43: Wenn ich das Gefühl habe, ich muss jetzt mal ein Gespräch führen und dann für dich ein Gesprächen.

00:14:48: Aber ich hab keine grundsätzliche Regel.

00:14:50: Also ihr habt nicht so wie das WLAN geht um zwanzig Uhr aus oder du hast

00:14:55: einen Zugriff?

00:14:56: Ich geh oft um halb zehn in's Bett.

00:14:58: Ich hab keine Ahnung, wann meine Kinder schlafen.

00:15:02: Das wäre nicht möglich.

00:15:03: Also Luca ist siebzehn, der muss selber wissen wie es mal ins Bett geht.

00:15:07: jetzt mal ganz ehrlich Und solange der am nächsten Tag ganz brav seinen Wecker gestellt hat und aufsteht, vor mir noch dazu sogar aufstehen.

00:15:15: Und dann im Bad ist, denke ich mal ja was soll ich jetzt mit ihm diskutieren?

00:15:19: Also es funktioniert in der Schule erst aufmerksam.

00:15:22: Ich hab nicht das Problem dass er irgendwie ein Pentium unterrichtet oder irgendwas.

00:15:25: Darum sage ich super situativ!

00:15:27: Es wäre etwas völlig anderes wenn ich ein Kind habe, dass sich dann fünfmal in der Früh wecken muss, nicht aus dem Bett rauskrieg und denk Ja klar muss ich mal Gedanken machen und gucken was ich dann mache aber ist halt nicht notwendig bei ihm.

00:15:39: Also warum soll ich jetzt sagen, um zehn ist es WLAN aus?

00:15:42: Also why?

00:15:43: Es gibt keinen Anlass und das ist halt so.

00:15:46: die Sache auch da eben super kreativ in diesen ganzen... also ich rede mal über meinen persönlichen Bereich nicht übers Internat.

00:15:55: Der ist super kreativ und macht ganz viele verschiedene Dinge eben auch online oder auch screen time-mäßig.

00:16:01: Ich fände es schade ihm zu sagen, jetzt kürzt mal dein Hobby hier und da.

00:16:05: Meine Tochter ist völlig anders.

00:16:06: Sie spielt zum Beispiel gern Klavier.

00:16:09: Die braucht kein Screen.

00:16:11: Die macht so ihre Hobbys ... Und ist kreativ!

00:16:14: Aber der Luca ist auch kreativer mit Screen.

00:16:19: Man muss ein bisschen differenzieren, finde ich.

00:16:21: Immer gucken, worum geht's eigentlich?

00:16:25: Was steht dahinter?

00:16:27: Oft ist es ja auch so eine soziale Ebene noch.

00:16:30: Z.B.,

00:16:31: die spielen ja selten alleine,

00:16:32: sondern

00:16:32: meistens sind sie irgendwie verlinkt mit Kopfhörern oder irgendwelchen Headsets und dann spielt sich auch gemeinsam ein Spiel nicht allein.

00:16:41: Da ist eben auch die Frage, warum machen Sie das so?

00:16:45: Warum treffen Sie sich nicht draußen?

00:16:47: Gibt's einen Grund dafür?

00:16:48: Wir wohnen z.B.

00:16:49: jetzt nicht um die Ecke von allen Freunden vor meinen Kindern.

00:16:52: Wir sind ne gute halbe Stunde im Auto weg wenn wir öffentlich fahren ... eine gute Stunde.

00:16:57: Und da gibt's natürlich manchmal dann den Grund, dass sie sagen, ich kann nicht schon wieder jetzt reinfahren, das bin ich grad von der Schule haben und da muss ich wieder ne Stunde hin, wieder ne stunde zurück.

00:17:05: Also ... Das sind halt alles so Sachen ... Ich würde niemals sagen, das ist die Regel oder das halte ich für eine gute Regel weil ich immer guck, wie ist die Situation?

00:17:16: Gibt es Anlass zur Sorge?

00:17:17: Genau

00:17:18: was macht mein Kind?

00:17:20: Das ist immer mein Ansatz.

00:17:22: Noch mal, es mag Vielleicht andere Pädagogen geben, die das völlig anders sind.

00:17:27: Die Regeln und so ist es für alle... Nee!

00:17:31: Ist nicht meine Art zu arbeiten?

00:17:33: Ist auch im Internat bei der Wohinicht unsere Art zu Arbeiten.

00:17:35: Auch da versuchen wir, obwohl wir einen klaren Rahmen haben also Regelungen, die für alle gelten weil geht nicht anders.

00:17:40: wenn ich vierzig Schüler habe kann ich

00:17:42: nicht individuell

00:17:44: alles machen.

00:17:45: Also es muss schon einen Rahmen geben Aber wir gucken trotzdem sehr auf die Persönlichkeit, auf den Hintergrund wie es ihnen gerade geht.

00:17:51: Auch die Situation grade jetzt.

00:17:53: was brauchen sie grade jetzt?

00:17:55: und wo?

00:17:55: lasst man dann eben mal fünf Grad sein und sagt okay komm vergiss mach ist ok.

00:18:00: Und aber zwei Wochen später ist wieder anders.

00:18:03: also Wir gucken da schon sogar in dem Setting dass wir wenn's geht individuelle arbeiten und das halte ich einfach für richtig.

00:18:10: Ja auch da jetzt um die elterliche Verantwortung zu gehen.

00:18:14: Klar ist es einfacher zu sagen, gar nicht oder ganz streng geregelt zu haben.

00:18:17: Zerfordert aber natürlich mehr Arbeit ... mehr hinzuschauen an der Beziehung zur Arbeiten und ab-to-date zu sein.

00:18:24: Genau.

00:18:25: Okay.

00:18:26: Lass uns am Ende noch mal darüber sprechen über die Sorgen von Eltern, die aus dem kirchlichen Kontext kommen?

00:18:34: Oder ja, aus dem christlichen?

00:18:37: Das sind auch häufig die Sorger.

00:18:39: Was ist wenn mein Kind hat plötzlich keine Lust mit zum Gottesdienst zu gehen Oder ... ja, es zeigt irgendwie kein Interesse.

00:18:46: Aber die Eltern ... ich lebe's oft so, die Eltern haben so einen Druck in sich.

00:18:53: So eine Angst und eine Sorge, dass das Kind von dem falschen Weg kommen könnte.

00:18:58: Hast du da auch in der Beratung Fälle oder wie siehst du das persönlich?

00:19:04: Was würdest du den Eltern raten?

00:19:07: Das ist ein bisschen tricky tatsächlich, weil man hat schon eine Verantwortung natürlich für den Kinder, klar.

00:19:15: Gleichzeitig hatten wir das auch, glaube ich, das letzte Mal besprochen ein bisschen schon ... dass ja die Werte, die man lebt, die leben ja nicht versteckt.

00:19:23: Das heißt, die Kinder sehen ja schon was einem auch selber wichtig ist im Leben und was man umsetzt und vergessen das eben auch nicht in der Pubertät.

00:19:32: Was aber nicht bedeutet, dass sie sich nicht distanzieren davon eventuell selbst, weil Sie einfach sagen, nee, sehe ich jetzt grad nicht brauche, gerade nicht in meinem Leben?

00:19:42: Das heißt nicht, dass es später nicht wieder anders ist.

00:19:44: Wir vergessen das nicht!

00:19:46: Mit Druck zu arbeiten würde ich gar nicht empfehlen, wenn's um Glauben geht.

00:19:51: Weil was ist, wo ich glaube, dass mehr Schaden anrichten könnte als tatsächlich gut wäre?

00:19:59: Es ist auch etwas sehr Intimes finde ich, was man nicht so vorgeben kann.

00:20:04: und eine Beziehung entwickelt sich halt ... In einer Geschwindigkeit?

00:20:07: Oder eben nicht.

00:20:09: Und das kann ja auch, wenn man sich jetzt überlegt ... Wenn man jetzt eine paar Beziehungen hat, kann ich auch nicht von außen jemanden steuern wie schnell sich diese Beziehung entwickelt.

00:20:18: Das geht einfach nicht.

00:20:19: Ich glaube es ist ganz normal dass Jugendliche irgendwann in eine Phase kommen irgendwas zu hinterfragen oder selbst für sich zu entdecken.

00:20:27: Da kann ich von mir sprechen, dass ich so ne Phase hatte.

00:20:30: dass ich keine Interesse daran hatte.

00:20:32: Ich war allerdings ein sehr angepasstes Kind, ich war trotzdem jede Woche im Gottesdienst, aber mit meinen Gedanken war ich ganz woanders oder den Tag davor, weil ich woanders ... und hab ganz anders gelebt.

00:20:42: Aber ja, dadurch das ich sehr angepast war, bin ich da trotzdem regelmäßig mit meinen Eltern hingegangen.

00:20:49: Dann gibt's natürlich Jugendliche, die eher rebellieren, sag ich mal, und dann gar nicht einfach gehen.

00:20:55: Und es muss nicht heißen, Wie du schon gesagt hast, dass die Werte jetzt über Bord geworfen werden oder das Kind nicht auch zurückfinden möchte.

00:21:06: Ja und im Strich jetzt mal ganz ehrlich.

00:21:08: also ich kann nicht dafür verantwortlich sein, aber am gewissen Zeitpunkt kann ich nicht mehr dafür verantwortlich sein wie die Beziehung zwischen meinem Kinder und Gott läuft.

00:21:18: aus meiner Sicht wie soll das gehen?

00:21:21: Weil es eben was superpersönliches ist

00:21:23: Und auch auf freiwillig Erfahrung

00:21:25: natürlich Gott zwingt uns ja auch nicht

00:21:27: Genau.

00:21:28: Also ich kann das nicht meinem Kind aufzwingen aus meiner Sicht, sondern es entwickelt sich oder eben langsamer oder schneller oder eben... Es ist tatsächlich mal vielleicht ein Cut sogar für ein paar Jahre und man sagt nee, mache jetzt nicht!

00:21:42: Aber was schon hilft würde ich sagen immer dass den Freunde Wenn man Freunde, also Gleichalträger hat.

00:21:49: Partfindergruppen und Jugendprogramme für Nachmittag.

00:21:52: weil oft ist es ja auch so dass die Jugendlichen sagen, ich habe keinen Bock in Gottesdienst zu gehen aber nachmittags gehen sie zum Programm von der Jugend.

00:21:58: das war zumindest bei mir nicht so zwölf, dreizehn war.

00:22:02: Also das sind halt so Sachen wo ich sage da haben die Eltern eine Verantwortung.

00:22:05: Beziehungen

00:22:06: auch...

00:22:07: Ja und auch gucken dass sich das meine Kinder möglich macht.

00:22:09: Dass ich dann hin fahre, dass ich sie abholt.

00:22:12: Das ist die

00:22:13: Arbeit auf sich.

00:22:14: Genau.

00:22:15: Dass man sagt das mache ich schon und zur Not vielleicht sogar wenn alle Stricke reißen in der Gemeinde mal zu wechseln, wenn man eine in der Nähe hat, wo man hingehen kann an die Kirchengemeinde und zu sagen okay da sind Freunde oder da sind Gleichaltrige, da könnten sich Beziehungern auch entwickeln.

00:22:30: Also das halte ich schon für wesentlich tatsächlich.

00:22:32: Da kann man was machen, denke ich.

00:22:33: Am Ende kann man etwas machen?

00:22:35: An der Beziehung nicht aus meiner Sicht

00:22:38: ja.

00:22:39: Ja okay Karo, jetzt sind wir schon am Ende der Folge.

00:22:42: Ich fand es wieder mega spannend mit dir, ich nehme auch ganz viel mit für mich und ich glaube wir konnten auch viele Fragen beantworten und eine andere Perspektive schaffen.

00:22:53: Genau also die Pubertät ist ne anstrengende Zeit wichtiges die Beziehung, die man zum Kind hat und auch immer die Bedürfnisse dahinterzusehen.

00:23:03: Und ja einfach Verständnis für das Kind zu haben ... und immer wieder sich selbst auch zu reflektieren.

00:23:10: Das hab ich so viel mitgenommen!

00:23:13: Ja voll schön, dass du da warst.

00:23:14: Danke auch für die Arbeit, wie du machst, für die ganzen Jugendlichen, die du begleitest.

00:23:18: Ähm, ja auch da ganz viel Gottes Segen.

00:23:20: Danke.

00:23:21: Danke, Philippe

00:23:23: dass wir wieder eine Folge von Inbindung, in Verbindung leben mit deinem Kind dir selbst und Gott.

00:23:29: Danke, dass du dich heute auf den Weg zu diesem Ziel gemacht hast – und wir freuen es auch schon auf das nächste

00:23:34: Mal mit dir!

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