Das hat uns doch auch nicht geschadet! Oder doch!?

Shownotes

„Mir hat es doch auch nicht geschadet“ – ein Satz, der Generationen geprägt hat. In dieser Folge sprechen wir über emotionale Prägungen aus der Kindheit, unbewusste Glaubenssätze und den Unterschied zwischen Funktionieren und echter emotionaler Reife. Wir schauen auf bindungsorientierte Erziehung, alte Stressmuster und die Frage, wie wir als Eltern bewusster mit unseren eigenen Verletzungen umgehen können. Eine ehrliche Einladung zur Selbstreflexion und zur Chance, als Eltern neue Wege zu gehen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hey, schön dass du eingeschaltet hast bei Inbindung.

00:00:03: Dem Podcast Nummer eins für glaubensbasierte Elternschaft.

00:00:06: Bei uns geht es darum wie du dein Kind liebevoll begleiten kannst während du selbst im Glauben und in deinen Beziehungen wächst.

00:00:13: Heute im Studio sind mit mir Junita Horig und Julia Vanicek Und mein Name ist Anna Born.

00:00:19: Wir sind Pädagoginnen und Elternberaterinnen

00:00:22: und in dieser

00:00:23: Folge sprechen wir über.

00:00:25: das hat mich doch auch nicht geschadet oder doch?

00:00:28: Wenn du uns noch nicht abonniert hast, brück jetzt auf Folgen.

00:00:31: Verpasse keine Episode und hinterlass

00:00:33: uns auch gerne

00:00:33: ein Kommentar auf diese Sendung.

00:00:35: Vielen Dank, dass du dabei bist in Staaten!

00:00:48: Ja liebe Julia, liebe Unita wir sprechen halt über einen Satz der schnell gesagt ist aber ganz viel verdeckt und zwar mir hat es doch auch nicht geschadet.

00:00:59: ja vielleicht habt ihr den auch schon mal gehört?

00:01:02: Vielleicht habt ihr ihn schonmal gesagt oder Ja, man begegnet ja sehr häufig diesen Satz und wir gucken uns mal an.

00:01:13: Was eigentlich bedeutet?

00:01:14: Wann man ihn sagt und ob der denn wirklich stimmt.

00:01:17: Und an dieser Stelle beichte ich dass ich ihn selber benutzt habe das ich selber gesagt hab und das habe ich auch tatsächlich so gemeint.

00:01:26: Das war eigentlich bevor ich Kinder hatte.

00:01:29: Ich habe immer gedacht meine Kindheit war streng aber ich bin ja gut geworden also es hat ja Nicht viel geschadet.

00:01:37: Und ...

00:01:39: ja, das war auch ein Schutz von mir.

00:01:44: und jetzt in der Reflexion so jetzt würde ich sagen doch es hat sehr wohl bei mir auch Spuren hinterlassen.

00:01:50: Wo ich gemerkt hab okay, es fällt mich schwer, Grenzen zu setzen.

00:01:54: People pleasing ist ein Thema oder sich auch ständig zu hinterfragen ob man was falsch gemacht hat.

00:02:03: Ich find's halt wichtig da ein bisschen konkreter zu werden und zu fragen, was hat nicht geschadet?

00:02:10: Also worüber reden wir jetzt eigentlich.

00:02:11: Was sind die Dinge, die vielleicht gar nicht geschaltet haben und welche halt doch geschalt haben?

00:02:15: Also geht's um Schimpfen ... Als Eltern-Kinder ausschimpfen geht es um Beschämung, geschlagen werden.

00:02:23: Viele Facetten ja.

00:02:24: Ignoriert werden gehts um emotionale Kälte, emotionale Gewalt also... Was hat

00:02:29: nichtgeschadet?!

00:02:31: Ja, und psychische Gewalt.

00:02:34: Also emotionale Erfahrungen, die prägen eigentlich genauso wie körperliche.

00:02:39: Das wurde in psychischen Forschung festgestellt und wenn Gefühle nicht ernst genommen werden würde ich halt auch noch ergänzen dass das auch dazu zählt.

00:02:49: oder wenn auch die Anpassung wichtiger ist als die Beziehung oder Authentizität.

00:02:58: eine Maske tragen muss oder nach außen hin perfekt sein.

00:03:01: Ja,

00:03:01: und das was du vorhin gesagt hast Anna wir verwechseln ja dass überleb mit unversehrt.

00:03:06: also klar wir sind irgendwie erwachsen geworden.

00:03:08: ja wir haben etwas aus unserem leben gemacht aber es hat so seine Spuren hinterlassen.

00:03:13: tatsächlich Wenn man nicht genauer hinschaut und sagt, wenn die Schutzstrategien ganz hochgefahren sind ... Dann sieht man das auch nicht.

00:03:22: Weil aus mir ist ja was!

00:03:24: Ich schaff mein Leben, ich hab einen Beruf, vielleicht Familie?

00:03:27: Du

00:03:27: funktionierst.

00:03:29: Ja.

00:03:31: Wenn das unser

00:03:33: Ziel

00:03:34: ist... Okay, aber für mich ist es zu wenig.

00:03:38: Und der Preis ist so hoch.

00:03:40: Auf jeden Fall.

00:03:41: Vor allem ist auch ... Reife was anderes als funktionieren, also echte Reife entwickelt zu haben.

00:03:48: Und ich merke ja, wenn ich selber in Stresssituationen zum Beispiel gerate, dass sich manchmal nicht wie eine reif erwachsene Verhalte ... Ich hab erst wieder ne Erfahrung, wo ich dran erinnert wurde und ich glaub das kennt jeder, dass man Unreife Anteile in sich hat die dann auch die Oberhand gewinnen und dass man mehr vielleicht auch mehr reagiert, als die Situation objektiv eigentlich hergibt oder dass man Dinge sofort persönlich nimmt, dass man sich verantwortlich fühlt für andere.

00:04:16: Was du vorhin auch gesagt hast, People-Cleasing für die Stimmung im Raum?

00:04:20: Ich muss alles managen, dass es allen gut geht.

00:04:23: Angst vor Bewertung anderer ... alle diese Sachen!

00:04:26: Ja und du sagst doch, die unreifen Teile kommen dann hoch.

00:04:29: ich glaub auch lass uns das anders benennen ist nicht immer Unreife sondern sind häufig auch die verletzten Anteile Verletzenanteile den Stresssituationen plötzlich die ganze Kontrolle über mich übernehmen.

00:04:42: Weil es mich so stark an früher erinnert, unsere Situation hat nichts damit zu tun, aber es sind ähnliche Erfahrungen und Ähnliche Emotionen, die hochkommen, die mich an das damelige erinnern ... Und dann handle ich wieder als fünfjähriges Kind.

00:04:54: Weil... Es mich doch so tief beeinflusst hat, geblickt hat, verletzt hat.

00:05:02: Ja, ich hab das bei mir selber gemerkt, das waren häufig Situationen.

00:05:05: Ich hab den Satz benutzt, bevor ich Kinder hatte.

00:05:09: Danach hatte ich mit den Kindern viel mehr Stress und Schlafmangel.

00:05:13: Da hab ich gemerkt, in solchen extremen Situationen reagiere ich so unreif oder ... wo ich dann merke, es sind ungesunde Strategien, die ich entwickelt habe.

00:05:24: Ja, weil du bist unter Stress.

00:05:27: Und im Stress greift dein Hirn auf diese erlernten, eingeprägten Strategien zurück?

00:05:33: Wir kennen das auch alle.

00:05:34: bei unseren Kindern, also dieses Klassische sich im Supermarkt auf den Boden werfen oder zu schreien.

00:05:41: Das Kind widerspricht ... Oder dass es trotz und Wutausbrüche hat oder verweigert was passiert dann in uns?

00:05:50: Also wie reagieren wir denn darauf?

00:05:54: Also Reifen steht nicht allein durchs Älterwerden, sondern ... Lass uns da einfach noch mal genau auf die Stelle schauen!

00:06:03: Wenn das Kind laut wird und trotz, ja ... was passiert dann?

00:06:07: Ich hab häufig das Gefühl, ich bin nicht wichtig.

00:06:11: Irgendwie ... Das, was ich sage kommt halt nicht an oder die machen's jetzt einfach nicht.

00:06:18: Ich bin allein.

00:06:19: Es gibt niemanden, der mich unterstützt.

00:06:22: Keiner hilft mir.

00:06:24: Oder aber auch dass so moralische Sätze kommen wie ... So benimmt man sich jetzt einfach nichts.

00:06:32: Oder alle schauen doch jetzt, oder das musst du auch jetzt.

00:06:37: Und das blockiert halt.

00:06:38: und es sind diese Stimmen von früher ... Und da spür ich, okay, es hat Spuren hinterlassen.

00:06:44: Ja, auf

00:06:45: jeden Fall!

00:06:45: Die Glaubenssätze.

00:06:46: wieder sagst du, was löst das in dir aus?

00:06:48: Ich weiß noch, ich war früher ganz stark blockiert weil ich hab ein Gefühl von Überforderungen und Hilflosigkeit gefühlt auch Wut.

00:06:55: Das waren Gefühle ... Unangenehme ja.

00:06:57: Mit denen konnte ich gar nicht umgehen.

00:06:59: Weil ich habe mein Leben so gemacht, dass ich alles unter Kontrolle habe.

00:07:03: Da ich hab alles genau geplant, dass es funktioniert, Aber mit Kindern geht das nicht.

00:07:11: Da bist du ständig überfordert, hilflos

00:07:13: und wütend!

00:07:16: Du wirst herausgefordert dich mit dem auseinanderzusetzen mit den alten Wunden.

00:07:21: woher kommt meine Wut?

00:07:22: Wo habe ich Hilflosigkeit von früher erlebt?

00:07:24: Also woher kenne ich all das?

00:07:27: Und dann merkt man... Was heißt geschadet?

00:07:29: Wirklich, das hat Wunden hinterlassen.

00:07:31: Und diese Wunden, die kommen dann gerade in Situationen, die nicht kontrollierbar sind, außerhalb meines Plans ... Die kommen einfach hoch!

00:07:38: Wenn ich damit nie Berührung hatte, dann ... Puh, dann knallt's aber ordentlich.

00:07:43: Weil ich die Kontrolle dann auch irgendwann komplett verliere.

00:07:46: und dann schreie ich, packe ich das Kind viel stärker als ich überhaupt jemals wollte und schäh mich danach.

00:07:53: Da merkt man, es hat was mit mir gemacht all diese

00:07:56: Erfahrungen.".

00:07:57: Vor allem habe ich gemerkt, diese Extremsituation, die du jetzt auch beschrieben hast.

00:08:02: Ich wusste gar nicht was brauche ich?

00:08:04: Also ich hab gemerkt okay es läuft gar nicht so wie ich wollte, ich bin gar nicht die Mama, die ich sein wollte oder der Mensch.

00:08:10: und dann ja aber was brauch ich eigentlich, wie komme ich da jetzt wieder raus sich selbst irgendwie zu spüren seine Bedürfnisse wahrzunehmen.

00:08:19: Ich finde das was du beschreibst das zeigt es sehr schön was es uns kostet.

00:08:23: Wir funktionieren dann, haben wir vorhin schon gesagt.

00:08:25: So als Erwachsenen, wir haben uns angepasst aber es kostet uns diesen Selbstkontakt diese Authentizität.

00:08:31: auch hattest du vorhin auch schon gesagt und ja die innere Freiheit so zu sein wie wir eigentlich möchten oder wie wir uns eigentlich geben wollen.

00:08:41: Ja und ich ... Und top!

00:08:44: Was ich auch dann so heftig finde, das sind ja alles Kompensationsmechanismen.

00:08:48: Dass sich ganz vieles was in mir ist mein Körper oder die Psyche immer wieder komplett unterdrückt darfst du nicht fühlen, darfst Du nicht fühl, darfste nicht fühle sodass du eigentlich nur funktionierst.

00:08:58: und wenn du nur funktioniere und dich nicht um dein Inleben kümmerst um deinen Zeichen von Achtung, du brauchst jetzt mal ein bisschen Pause.

00:09:07: Achtungen!

00:09:07: Hier ist eine Grenzüberschreibung da hier ist ein ganz wichtiger Wert der gerade übergangen wird oder in Bedürfnis dann müsstest du ja nicht einschalten damit es dir gut geht.

00:09:15: also dieses ich kümmere mich um mich wir haben das halt dich gelernt und durch diesen unterdrücken das kostet massiv viel Kraft Und dadurch fängt der Körper an, anders zu schreien.

00:09:27: Weil das spüren wir alles nicht mehr.

00:09:29: und dann gibt es diese psychosomatischen Erkrankungen, die eigentlich nichts ... Das hat eigentlich nichts mit meinem Magen zu tun oder mit meiner Haut oder dem Kopf.

00:09:39: Das ist psychosomatisch weil ich muss mich um meine Psyche kümmern aber ich höre die Stimmen nicht mehr.

00:09:43: Ich hab so viel erlernen kann jeder lernen.

00:09:45: Und was dann auch häufig passiert, ja ist das durch dieses Funktionieren.

00:09:49: Weil es einfach too much is to match!

00:09:50: To match I mach einfach... Ich fühl mich nicht.

00:09:52: ich tu dass wir ausbrennen.

00:09:54: Also Depressionen Burnout Das sind so Dinge häufig wo weil Menschen nicht im Kontakt mit sich selber sind weil sie ständig über ihre Grenzen gehen Irgendwann der Körper sagt, jetzt geht gar nichts zu mir.

00:10:06: Sorry!

00:10:06: Ich bin komplett raus und habe mit dreißigvierzig Jahre für dich geschuftet.

00:10:09: Ich kann nicht

00:10:10: mehr.".

00:10:11: Aber das ist ja das Schwierige, dass du ... Wenn du es schon von Anfang an, schon von jeher so gewohnt bist, geprägt wurden, bist du gar nicht.

00:10:20: Du musst erst mal lernen, was eine Grenzüberschreitung ist?

00:10:23: Und wo ist überhaupt meine Grenze?

00:10:24: Und wann wurde die ... Und warum ... Keine Ahnung.

00:10:28: Was ist überhaupt hier ... Will ich das überhaupt?

00:10:31: Das musst du erst mal so... das erfahren.

00:10:35: und dass es nicht normal ist, immer allen recht machen zu wollen.

00:10:39: Und immer so people pleasing ... Das muss man erst mal lernen!

00:10:43: Wenn man immer geprägt wurde, das ist erst einmal eine Erkenntnis für

00:10:47: sich.

00:10:47: Vor allem wenn's dann nicht nur richtig ist im Sinne von moralisch oder auch geistlichem Sinne.

00:10:53: Gott will das ja so vor mir?

00:10:55: Dann kommt noch ne Ebene drauf die es nochmal schwerer macht, wo die halt ... Die schwierig isst

00:11:03: Wenn man das so beigebracht bekommen hat, dass Gott es ja so möchte.

00:11:06: Ja genau.

00:11:08: Auszubrechen also da... Das ist ein Weg!

00:11:12: Ich würde nochmal

00:11:13: kurz zurückgehen.

00:11:14: Julia, du hast am Anfang schon angesprochen Es gibt verschiedene Formen.

00:11:18: Also müssen wir erst mal angucken was hat denn da wirklich nicht geschadet?

00:11:21: und

00:11:24: Auch

00:11:24: noch mal konkret möchte ich an dieser Stelle sagen, es gibt nicht nur diese körperliche Gewalt.

00:11:28: Ich glaube das ist klar, da müssen wir drüber sprechen.

00:11:31: Aber auch die so emotionalen Sachen wie wenn ein Kind regelmäßig beschämt wird oder wenn auch den Gefühlen kein Raum gegeben wird und Gefühle

00:11:41: wie Wut

00:11:42: darf nicht sein oder du darf nicht wütend sein.

00:11:44: Das wäre doch nicht traurig.

00:11:45: Traurigkeit

00:11:46: ist schlecht jetzt lacht doch mal

00:11:49: Oder schreien lassen.

00:11:50: Du siehst

00:11:50: nicht schön aus, wenn du weinst

00:11:51: z.B.,

00:11:52: solche Sätze oder ... Ich hab Ärger bekommen, weil ich geweint habe, weil mich wütend war und meine Brüder mich geärgert haben.

00:11:59: Wenn so was passiert, ja das ist diese emotionale Gewalt.

00:12:05: Oder die Anpassung wichtiger ist, was wir schon gesagt haben.

00:12:07: Oder man ständig mit anderen verglichen wird.

00:12:11: Das ist eine Art Beschämung auch.

00:12:13: Und das Nervensystem lernt dann, ich bin nur sicher, wenn ich funktioniere.

00:12:18: Du lernst halt so eine Stimme auf Haltensweisen, und dann fühlst du dich sicher.

00:12:23: Und was wir auch schon gesagt haben, man bleibt in Entwicklungsprozessen stehen!

00:12:29: Also es können manche Entwicklungs- prozesse gar nicht weitergehen, weil Kinder brauchen diese Co-Regulationen, auch diese Resonanz, diese positive ... oder die Regulation von Gefühlen und Emotionen, damit sie auch integriert werden?

00:12:42: Damit sie auch

00:12:43: ...

00:12:44: Damit sich das Hirn weiterentwickelt.

00:12:46: Genau,

00:12:47: den nächsten Entwicklungsschritt gehen.

00:12:50: Wenn die diese Prozesse fernbleiben, bleiben auch diese emotionalen Entwicklungs- schritte stehen und dann passiert es, dass wir in diesen musste als Erwachsener auch zurückfallen.

00:13:03: Darf ich noch kurz in der Pubertät?

00:13:05: Dass das ja auch ganz viel geprägt von gegen will, weil Kinder brauchen dieses Nein zu den anderen um Ja zu sich zu sagen und rauszuführen, wer bin ich?

00:13:13: Was brauche ich also?

00:13:15: wieviel Ruhe und wieviele Ektchen brauch ich?

00:13:16: Das kann ganz anders sein als für meine Eltern!

00:13:19: Wie möchte ich ... Gott erlebe, wie möchte ich Gott für mein Leben irgendwie integrieren?

00:13:24: Oder vielleicht auch nicht.

00:13:25: Also die Kinder müssen ja ihren eigenen Weg gehen und da ist ganz viel nein oder es ganz viel.

00:13:31: lass mich in Ruhe und ich mach selber und ganz viel loslassen was häufig dann irgendwie auch als respektlos bezeichnet werden kann.

00:13:40: oder ich funktioniere du musst auch funktionieren Und viele von uns haben ja auch diese Phasen gewisserweise, die wurde ihr nicht erlaubt.

00:13:50: Es wurde von außen immer...

00:13:53: Das ist richtig und das ist falsch.

00:13:55: Und selbst wenn du da auf keinen Bock hast, ich habe Saxophon gespielt.

00:13:59: Ich hab Saxophone aufgehört zu spielen und es tut mir weh.

00:14:02: Auch wenn ich dran denke, weil in meinem Kopf war das ein Instrument.

00:14:06: Das wurde damals Anfang des Jahrhunderts entwickelt für Jazzmusik.

00:14:09: Jazz Musik war PAP.

00:14:10: Und PAP war ganz viel ... Also Jazz,

00:14:14: weltliches.

00:14:15: Ganz viel offene Sexualität und keine Ahnung was da alles in meinem Kopf war.

00:14:18: Ich hab aufgehört zu spielen bei meinem Kopfernäsar.

00:14:20: Das ist negativ behalbbar.

00:14:22: Dazu.

00:14:23: Na ich hab ... Ich denke, ah!

00:14:25: Ich liebe dieses Instrument.

00:14:26: ja jetzt überlege ich wann könnte ich wieder anfangen?

00:14:29: Aber das ist schon du darfst nicht nach deinem Vorlieben gehen weil das ist richtig dass es falsch.

00:14:34: also wie so ein Korsett das gebunden wird und das macht etwas mit dir und je nachdem wie Engel eingebunden wurde es sowohl hier als auch zusätzlich noch kirchlich.

00:14:44: Der kann das Korsett sehr eng geschnürt worden sein.

00:14:47: und da diese Entwicklungsschritte, Stufen gewissweise aufzuholen ist Arbeit!

00:14:53: Und das ist aber das, was wir schon angesprochen haben.

00:14:55: Dass wir dann auf den Stresssituationen als Erwachsene auf diese früheren Entwicklungsstufen zurückfallen und du hast es gerade angesprochen.

00:15:03: Eine davon zum Beispiel ist dieses schwarz-weiß Denken.

00:15:06: so Das ist richtig, dass is falsch!

00:15:09: Es gibt nur diesen einen richtigen Weg und diesen anderen ist immer falsch.

00:15:12: Es gibt nicht irgendwie... Dass man mal sieht ja, es ist nicht so einfach, es Ist nicht so klar und es gibt auch Argumente für die andere Seite usw..

00:15:22: Ja, oder die Schubladen denken

00:15:24: und

00:15:25: wegpacken in eine Schublade und nie wieder raus.

00:15:27: Also es ist gar nicht differenziert.

00:15:30: Die

00:15:30: Dinge kritisch auseinandersetzen, differenzieren betrachten ... Oder alles persönlich nehmen.

00:15:35: Sofort das Angriff alles wahrnehmen anstatt irgendwie zu fragen, wie meinst du das?

00:15:39: Oder ganz viel Kontrolle.

00:15:40: Das ist ein Problem von mir sehr stark.

00:15:42: Ich werd besser drin ja.

00:15:44: Ganz viel kontrollieren müssen einfach um mir Sicherheit zu schenken.

00:15:47: Weil dann ist mein Nervensystem ruhig.

00:15:50: Es funktioniert alles, so wie ich es geplant habe.

00:15:53: Oder halt die Fight Flight Freeze-Fornreaktionen?

00:15:58: Über die wir auch schon öfters

00:15:59: ... Die deutschen Begriffe.

00:16:00: Okay, Fluchtangriff... Anpassung oder Freeze erstarren dieses Verhalten in Stressreaktionen, die wir damals zu uns angeeignet haben ist auch ein bisschen Charaktersache.

00:16:13: Bei mir ist vom Charakter her eher der Fight Typ.

00:16:17: Andere sind eher von Charakter gleich mal die Freeze-Typen oder so, oder Flighttypen.

00:16:22: So Rückzug oder Angriff diese ganzen Sachen und ich denke da findet sich auch jeder von uns wieder.

00:16:27: Auf jeden Fall!

00:16:27: Und die Schutzmauern gehen ja hoch und es wird dann immer schwieriger sich verletzlich zu zeigen oder sich ehrlich auch zu zeigen an Menschen gegenüber?

00:16:35: Genau genau.

00:16:35: Und sich

00:16:36: selbst, ja.

00:16:37: Okay kommen wir mal zu dem Punkt der Reife.

00:16:40: was macht eigentlich eine emotionale Reife aus?

00:16:43: Wir haben jetzt gesprochen was alles so unreif ist.

00:16:47: Was

00:16:49: macht emotionale Reise?

00:16:50: Ich glaub, dass ich meine Gefühle erst mal wahrnehme.

00:16:54: Das ist ganz wichtig und dass ich Verantwortung für meine Gefühl übernehme, also dass ich die auch annehme und damit ihm ja umgehen lerne oder kommunizieren lerne mich dann um mich kümmere wenn mein Körper sagt das es mir jetzt zu viel ich fühl mich total schwach ich bin ausgelockt da sag okay Körper alles gleich mal eine Pause Zum Beispiel auch Reif.

00:17:18: Oder Ambivalenz aushalten, oder?

00:17:21: So diese kognitive Dissonanz... Ja!

00:17:23: Dass

00:17:23: ich nicht für alles eine Lösung gehabt habe, dass manches komplex ist und das ich nicht alles... Ich kann

00:17:30: diese Spannung aushalten, dass es irgendwie so ist aber auch so und dass ich nicht weiß wie's weitergeht und ich halte das aus.

00:17:37: Ist es ein reifes Verhalten da jetzt eben wie du sagst nicht sofort ne Lösung suchen zu wollen oder...?

00:17:41: sofort schwarz-weiß irgendwie das einsortieren zu wollen.

00:17:44: Und damit kann ich dann auch unterschiedlichkeit stehen lassen, der glaubt anders als ich die glaubt an dass also ich deswegen ist sie oder er nicht falsch?

00:17:53: Also die Schubladen werden so geöffnet

00:17:56: und

00:17:56: neu sortiert.

00:17:57: Ich kann das ... Und ich kann auch trotzdem sagen, du bist ein geliebtes Kind Gottes.

00:18:02: Ich bin ein gelIEbtes Kind Gottes!

00:18:04: Ja und

00:18:04: bin ihm trotzdem noch in Beziehung sein.

00:18:07: Der verantwortungsvolle Umgang mit Gefühlen da muss sich auch an Wut denken.

00:18:10: also Wut kann ja sehr viel zerstören aber Wut an sich ist nicht schlecht.

00:18:14: Also man kann auch verantwortengs voll mit Wut umgehen das kann.

00:18:19: Wut führt uns oft dazu dass wir etwas verändern etwas bewirken Dass es so der Motor ist und man darf auch wütend sein.

00:18:26: Unreif wäre jetzt andere Menschen dadurch zu verletzen.

00:18:29: Ein reifer Umgang wäre halt,

00:18:32: es zu fühlen

00:18:33: erst mal

00:18:34: und dahinter zu blicken.

00:18:35: ja was steckt denn noch da hinter vielleicht eine Traurigkeit in Enttäuschung?

00:18:39: Manchmal passiert es trotzdem dass wir anderen uns mit unserer Verletzung und dann auch die reife Reaktion sich zu entschuldigen und das ein Stück weit Wiedergutmachung zu leisten

00:18:52: Oder eben auch, das finde ich so wichtig, diese Verletzlichkeit zuzulassen.

00:18:56: Boah, dass ... Ich wurde jetzt so wütend!

00:18:58: Es hat mich so wüten gemacht, deswegen hab ich die so angemacht.

00:19:00: Weil eigentlich war ich verletzt, ich war total traurig, weil ich von dir eigentlich das und das erwartet habe oder ich hab mich schon darauf gefreut und es hat nicht geklappt.

00:19:10: Deshalb war ich dann so wüdend und hab dich blöd angemachtet ja?

00:19:12: Ja, da spielt Scham eine große Rolle.

00:19:16: Und Scham wird nur kleiner wenn wir sie nach außen bringen also wenn wir alle in Worte fassen Und das ist auch ein verantwortungsvoller Umgang mit so einem Gefühl, dass es eigentlich auf mir drückt.

00:19:29: Okay und natürlich nicht gleich automatisch reagieren sondern erst mal wählen zu können oder vielleicht der erste Schritt einmal innezuhalten.

00:19:40: Man muss ja nicht gleich sofort dreifandeln aber erst mal innen zu halten und stoppen bevor man negativ handelt und andere verletzt erstmal wahrnehmen okay was passiert gerade?

00:19:51: Aber das ist eine Übungssache dass man nicht sofort reagiert, sondern dass man überhaupt die Wahlmöglichkeit hat aus seinen Reaktionen zu wählen.

00:19:59: Genau

00:20:00: und nicht gleich das Ziel ich muss jetzt richtig handeln, sondern ich darf jetzt auch erst mal nur ... nichts machen.

00:20:04: Fühlen!

00:20:05: Ja genau.

00:20:06: Und sortieren.

00:20:10: Okay wir haben ganz am Anfang in der Einleitung habe ich ja auch gesagt es ist ja auch ein Schutz, wenn man sagt ... Das hat mir doch nicht geschadet.

00:20:19: Wovor schützt uns dieser Satz?

00:20:21: Welche positive Bedeutung hat er denn?

00:20:25: Ich finde es knüpft an das an, was wir gesagt haben.

00:20:28: Es baut eine Mauer auf und da müssen wir nicht fühlen.

00:20:32: Wir müssen das, was wie selber als Kind vielleicht nicht fühlend durften, als Erwachsene auch nicht füheln, wenn wir so einen Satz sagen, wir müssten uns nicht weiter damit beschäftigen.

00:20:42: Weil's ist okay,

00:20:45: Ja, ich mein wir sagen das ja aufgrund von ... wie wir es benannt haben, häufig emotionaler Gewalt oder vielleicht auch physischer Gewalt.

00:20:52: Hab ich auch schon gehört die Schläge haben wir nicht geschadet.

00:20:55: Ich hab dann viel mehr verstanden was gut und richtig ist.

00:20:58: Ich habe's verdient.

00:21:00: Die Sache is ja dass wir dadurch eine Mauer aufbauen um nicht zu fühlen was das wirklich in uns ausgelöst hat.

00:21:06: also... Und das IST hart!

00:21:10: Muss ich aus eigener Erfahrung sagen Das ist extrem hart zu fühln wie stark mich das verletzt hat oder wie allein gelassen ich mich gefühlt habe, oder wie hilflos ich mich fühlte.

00:21:20: Oder wie traurig ich war, wie verletzlich ich war.

00:21:22: Wie gern ich gespürt hätte, dass sich jemand für mich wirklich interessiert, sich hinsetzt Augenkontakt und mir einfach nur zuhört.

00:21:29: So ganz ... Sachen die ihr selbstverständlich sein sollten auch ja?

00:21:37: Und grade so, je selbstverständlicher die werden ist, schmerzhaft wird es, wenn das einem nicht.

00:21:42: gegeben wurde.

00:21:43: Und sich auf diesen Schmerz wieder einzulassen,

00:21:46: ist sehr

00:21:47: hart.

00:21:48: Aber es ist der einzige Weg ... um das dieser Schmerze heilen kann so dass ich fähig werde an das zu handeln?

00:21:56: Ich finde an der Stelle ist aber auch noch mal wichtig weil jetzt kommt vielleicht zurück, dass es nicht darum geht irgendwie Eltern anzuklagen Großeltern anzuklagen.

00:22:06: Es is einfach so.

00:22:09: Unsere Elterngeneration, die hat schon viel richtig gemacht.

00:22:12: Ich spreche jetzt für meinen Kulturkreis.

00:22:14: in meinem Kulturkreise wurden wir ... Als wir Kinder waren so in meinem Alter, wir wurden nicht mehr geschlagen.

00:22:22: Da ging's unseren Eltern noch anders, die wurden noch geschlagen!

00:22:26: Also das war ein Fortschritt und so ist es auch.

00:22:29: Wir gehen immer Stück für Stück weiter.

00:22:32: Wir haben neue Erkenntnisse, wissen vielmehr als damals unsere Eltern wussten Und wir sehen jetzt ganz andere Aufgaben vor uns.

00:22:43: Die sind herausfordernd und möchten uns gerne stellen, aber es geht nicht darum ... irgendwie anzuklagen oder zu sagen ihr seid an einem Schuld?

00:22:53: Das geht auch nicht darum alles perfekt zu machen.

00:22:55: Weil ich glaube Verletzungen gehören zum Leben.

00:22:57: Wichtig ist wie lernen die mit unseren Kindern darüber zu reden.

00:23:01: Wo war der Moment, der dir noch wehtut?

00:23:05: was bei dir noch nachhaltet.

00:23:07: Dass wir lernen, mit unseren Kindern darüber zu reden und dazu zu stehen, dass wir auch Fehler gemacht

00:23:11: haben.".

00:23:11: Genau!

00:23:11: Und unsere Kinder, wenn sie mal erwachsen sind werden auch Sachen aufarbeiten müssen die wir falsch gemacht

00:23:16: haben.

00:23:17: Auf jeden Fall ja das war noch eine wichtige Ergänzung.

00:23:19: vielen Dank Julia.

00:23:20: Jetzt sind wir schon am Ende der Folge angekommen.

00:23:23: Und ja, zusammenfassen möchte ich noch mal sagen ... Also es hat uns vielleicht nicht zerstört, aber es hat vielleicht uns doch mehr geprägt als wir eigentlich wahrhaben wollen oder als wir denken.

00:23:35: und genau das ist kein Vorwurf jetzt an die vorherige Generation sondern eher eine Einladung für wir jetzt genauer hinzuschauen und auch zu überlegen, wie willst du's mit deinen Kindern machen?

00:23:51: Es ist auch eine Einladung, sich selbst zu hinterfragen.

00:23:53: Wie reagiere ich in Stresssituationen?

00:23:56: Wo handele ich eigentlich aus einer alten Verletzung heraus und ... ja, auch an seine Reife bewusst auch zu arbeiten, weil das ist auch möglich.

00:24:06: Und genau, also mir hat es doch nicht geschadet, nicht mehr als Schutzschild zu benutzen, sondern auch als Startpunkt für Wachstum, dass man ... auch was verändern kann, vor allem für die nächsten Generationen.

00:24:21: Ja vielen Dank dass ihr da wart und das war wieder eine Folge von Inbindung in Verbindung leben mit deinem Kind dir selbst und Gott danke dass du heute dabei warst und wir freuen uns auch schon auf das nächste mal mit dir wenn es weitergeht mit dem Thema Pflegeelternschaft Eine persönliche Geschichte von Nähe und Familie.

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