Richtig oder reif? – Schwarz-Weiß-Denken überwinden und geistliche Vielfalt leben

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir über Schwarz-Weiß-Denken, Stigmatisierung und die Frage, warum wir andere Christen so schnell einordnen. Anhand von Johannes 10 („Ich habe noch andere Schafe“) und Römer 14 schauen wir darauf, was es bedeutet, Jesus wirklich als guten Hirten zu vertrauen – statt selbst Richter zu sein. Wir teilen persönliche Erfahrungen mit Schubladendenken, verletzenden Zuschreibungen und unserem eigenen Weg in mehr Demut und Offenheit.

Dabei wird deutlich, wie stark unser Gottesbild von Biografie und Bindungsgeschichte geprägt ist – und warum echte geistliche Reife neugierig macht statt kontrollierend. Eine Einladung zu mehr Gespräch, mehr Verständnis und einer Einheit, die Vielfalt aushält.

Alte Folgen, auf die wir im Podcast verweisen:
Persönlichkeitsmodelle (Farbtypen): https://open.spotify.com/episode/4576rVtb3TApEkrsFxCSW1
Das hat uns doch auch nicht geschadet: https://open.spotify.com/episode/55D5WNiGsRU9wNZA5tFa4n

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00:00:01: Hey, schön dass du eingeschaltet hast bei Inbindung.

00:00:03: Den Podcast Nummer eins für glaubensbasierte Elternschaft!

00:00:07: Bei uns geht es darum wie du dein Kind liebevoll begleiten kannst, während du selbst im Glauben und in deinen Beziehungen wächst.

00:00:14: Heute im Studio sind Anna Bohrn, Julia Vanitschek und ich bin Junita Heuch.

00:00:20: Wir sind Pädagoginnen- und Elternberaterinnen.

00:00:23: In dieser Folge sprechen wir über richtig oder reif?

00:00:26: Schwarzweißdenk überwinden.

00:00:29: Und wenn du uns noch nicht abonniert hast, dann drück jetzt auf Folgen und verpasst keine Episode mehr.

00:00:34: Und außerdem wir freuen uns immer über ein Feedback!

00:00:37: Vielen Dank dass du dabei bist.

00:00:39: lasst uns starten!

00:00:50: Mädels ich habe ungefähr vor zehn Jahren meine Kirchengemeine gewechselt.

00:00:54: Wir sind umgezogen ja und das war für mich sehr schwierig sehr herausfordernd weil es war ganz anderer Schlag von Menschen als ich gewohnt war in kirche Und ich kann mich noch erinnern, wie ich an dem Allem Gottesdienst am Ende danach gab es häufig so gemeinsames Essen.

00:01:12: Ich saß da und hab nur beobachtet!

00:01:14: Ich habe nur die ganzen Menschen beobachtet... ...und dann kam jemand mit dem ich so langsam mich am Anfreunden war... ...die fragte mich was guckst du da so genau?

00:01:25: Und sagt, ich

00:01:25: versuch

00:01:25: zu verstehen, wie die Menschen sich erticken.

00:01:28: Ich versuch die...ich werd da irgendwie nicht schlau draus.. ..und dann hat sie mir gesagt, Juni das schaffste auch hier nicht.

00:01:35: Und ganz ehrlich, das habe ich bis heute nicht geschaffen.

00:01:37: Das bin ja schon zehn Jahre und das war das was ... Ich komm aus einem sehr schwarz-weiß Schubladendenkensystem.

00:01:45: Und ich hab... das hat mir super viel Sicherheit gegeben.

00:01:49: Und das habe auch ich da eben versucht.

00:01:53: Die Leute einzuschubladisieren?

00:01:55: Einzu

00:01:55: einschub ladisieren!

00:01:57: Heute wollen wir genau darüber reden über Schwarz-Weißdenken, über Stigmatisierung, über die Frage Was heißt es, wirklich geistlich reif zu sein?

00:02:09: Woran kann man das festmachen?

00:02:11: vielleicht sogar.

00:02:13: Und als Erstes die Frage an euch ... Warum ist denn Schwarz-Weißdenken oder so eine Stelle Stigmatisierung so extrem verführerisch?

00:02:23: Ja, es ist verführersicher, weil wir das eigentlich auch brauchen.

00:02:27: Also Schubladen helfen uns ja irgendwie zu ordnen und die Welt einzuordnen.

00:02:35: Ja, es hat auch eine Funktion.

00:02:36: Also unser Gehirn wäre ja komplett überfordert ... Wenn es diese Schublade nicht hätte, dann wär's hier ständig nur

00:02:43: ...

00:02:45: analysieren oder

00:02:46: ...

00:02:47: ja, verarbeiten und so ist das für das ... arbeitet das Gehirne einfach

00:02:53: um

00:02:54: sich zu entlasten?

00:02:55: Das ist halt so in Kategorien denkt.

00:02:58: Und ich muss auch sagen, ich sortier immer noch in die Schubladen aber jetzt halt anders.

00:03:05: Ich kenne das auch so wie du mit diesen Herr Schwarz-Weißdenken oder mit so festen Kategorien und wenn man da immer etwas reingepackt hat, dann bleibt es auch drin.

00:03:18: Genau, dass ist heute anders.

00:03:19: also meine Schubladen sind ein bisschen flexibler, dass ich sie auch nicht ganz festzumache oder ... Ja, ich merk auch...

00:03:26: Dass du Leute umsortieren kannst?

00:03:28: Ja genau!

00:03:28: Und ich merke auch, ich sortiere jetzt anders.

00:03:30: Also früher habe Ja, gläubig.

00:03:34: Nicht gläube ich weltlich so sortiert also ...

00:03:38: Richtig falsch!

00:03:39: Genau,

00:03:39: im religiösen Kontext.

00:03:41: jetzt schaue ich oder kategorisiere ich eher moralisch und bewusst ja okay das ist jetzt rassistisch oder dass jetzt frauenfeindlich oder vielleicht politisch rechts links Also ich habe jetzt eigentlich andere Schublaten und ich denke jeder Mensch macht das.

00:03:57: Das ist auch völlig normal und deswegen ist es auch so attraktiv, da gibt uns eine gewisse Sicherheit die wir dann haben.

00:04:05: also wenn wir etwas klar sortiert haben, dann fühlt sich das für uns gut an.

00:04:10: Es gibt uns Sicherheit, wir können uns darauf ausruhen und wir wissen dann ganz genau okay mit dem ... Mit der Person, da ticken wir gleich, so mit der kann ich mehr anfangen oder mit den anderen weniger.

00:04:25: Das andere ist ja, es schafft auch Zugehörigkeit.

00:04:27: So dieses kennt man ja auch so gemeinsam lästern in der Gruppe über andere die Außen sind.

00:04:34: Es schafft so ein Wir-Gefühl, so dieses wir sind drin und die anderen sind draußen.

00:04:40: Und wir sehen das hier richtig und die Anderen sehen das falsch.

00:04:42: also das verstärkt ja so die Bindung untereinander auch in der gruppe mit der ich gerade mich zugehörig fühlen möchte.

00:04:53: Auch wenn man eigentlich, wenn eigentlich Angst dahinter steckt.

00:04:56: So diese Angst ... Was ist, wenn der das anders sieht?

00:04:59: Ist dann mein Fundament wie ich es sehe noch stark genug auszuhalten, dass der andere das anders zieht.

00:05:05: Aber da kommen wir noch drauf.

00:05:06: Da kann

00:05:06: ich Kritik aushalten auch.

00:05:08: Deswegen, also Schwarz-Weiß-Denken ist für mich mittlerweile nicht mehr innere geistliche Klarheit, sondern für mich persönlich ist es häufig ... geprägt von einer emotionalen Unsicherheit.

00:05:24: Es ist so, und wer du sagst, was eigentlich früher auch richtig wütend, wenn jemand damals anders gesagt hat, warum?

00:05:29: Weil es mir meine Stabilität genommen

00:05:33: macht ...

00:05:33: Das kannst du doch

00:05:34: nicht machen!

00:05:35: Es hat in mir unheimlich viel ausgelöst.

00:05:37: Ich habe gefragt, wann werde ich zu wütenden?

00:05:39: Da stelle einfach eine Frage vielleicht kritisch, aber

00:05:42: das darf sowas gar nicht fragen.

00:05:43: Also es hat mich sehr verunsichert tatsächlich.

00:05:46: Und es nimmt ja ein bisschen die Kontrolle dann auch weg.

00:05:50: So ein Kontrollverlust ist das ja dann

00:05:51: auch.

00:05:52: Ja, und vor allem wenn man selbst so einkategorisiert wird ... Ist es ja... Auch nicht schön?

00:05:58: Also ich hab auch erlebt, wenn man dir jetzt so Schmuck trägt oder sich schminkt, dann wird man gleich so okay, du bist viel zu liberal!

00:06:04: Ich hatte auch mal eine Phase wo ich keinen Schmucke tragen habe, aber da war ich ja viel zu konservativ.

00:06:09: Also ähm, ja, ich hab' auch erlebt dass man selbst so in Schubladen gesteckt wird.

00:06:14: Und das erzeugt auch ganz viel Druck, also man traut sich gar nicht wirklich zu zeigen vor einer bestimmten Gruppe vielleicht und bewegt sich dann eigentlich nur so ... In einer Bubble was ja auch voll schade ist wenn man ja auch voneinander lernen kann von Menschen die jetzt anders denken als ich.

00:06:34: Julia hast du Stigmatisierung erlebt?

00:06:36: Nicht ja auf jeden Fall auch.

00:06:38: aber ich glaube auch dass ich oft selbst stigmatisiert habe.

00:06:42: Also, was Anna vorhin am Anfang schon beschrieben hat.

00:06:45: Das gibt einfach viel Sicherheit und genauso wie ich selbst in Schubladen gesteckt wurde oder auch immer noch werde stecke ich oft andere auch ins Schubladen und musste dann schon oft jetzt in den letzten Jahren sagen hey!

00:06:59: Ich hab die in eine Schublade gesteckt aber die passen eigentlich gar nicht rein.

00:07:02: Die sind eigentlich viel versettenreicher diese Menschen.

00:07:06: Und

00:07:07: das ist ja auch manchmal schön, man denkt so Der denkt ja darüber so.

00:07:12: Und dann ... unterhält man sich mit ihm und sagt, ich mach das, weil ich gewohnt bin.

00:07:16: Aber eigentlich hinterfrage ich das schon länger.

00:07:19: Dann denkt man, cool!

00:07:21: Da haben wir eine gemeinsame Gesprächsgrundlage auf einmal.

00:07:25: Ja?

00:07:26: Das ist doch so dass gerade auch im religiösen Kontext ... da hat man ja häufig bestimmte Vorstellungen, je nachdem aus welchem Kirchenuntergrund man kommt von ... So muss ich denken, so darf ich denken.

00:07:38: So habe ich zu leben und nicht zu leben, sonst hatte jede Kirche die eigenen

00:07:41: Schwerpunkte.".

00:07:44: Für mich ist es halt

00:07:44: so schwierig, weil du bist ja so erzogen.

00:07:46: Und dann das was Du wie Du erzogen wurdest, wie Du geprägt wurdest ... Das ist ja dein Maßstab für richtig und falsch!

00:07:53: Dann ist klar dass die anderen falsch sind, weil Du bist ja richtig... Also es ist schwierig.

00:07:57: Es

00:07:57: ist schwierig und einfach diese Offenheit weiter mitzugeben ist extrem herausfordernd.

00:08:02: Und gleichzeitig finde ich es auch immer spannend, dass es nicht ein Kirchenkontext ist.

00:08:06: Es gibt ganz viel Biografie.

00:08:08: Genau.

00:08:09: Meine Biographie prägt ganz entscheidend, wie ich Gott sehe Wie ich Gott begegnen möchte, wie ich Gott anbieten darf oder auch nicht darf.

00:08:17: Was angemessen ist und was nicht angemessens

00:08:19: ist.

00:08:19: Meine Biografie ist anders als deine.

00:08:21: Und häufig argumentieren wir augenscheinlich theologisch aber eigentlich ist das rein biographisch.

00:08:28: Ja genau!

00:08:29: Das ist ein wichtiger Unterschied finde ich

00:08:31: Und das darf einem auch erst mal bewusst werden, weil gerade bei dem Biografischen ist es dann so.

00:08:35: ich finde da brauchst du viel mehr Neugier von hey was ist das?

00:08:38: Was dich bewogen hat?

00:08:39: warum denkst du über Gott zu?

00:08:41: erzählen wir mehr von dir.

00:08:42: Da braucht's doch noch viel mehr neugier.

00:08:43: dann

00:08:47: Ja das find' ich auch schön Weil Jesus hat ja genau diese Schubladen aufgebrochen er hat sie ja genauso gemacht.

00:08:52: also Wenn er dann mit Saheus war, der war ja voll stigmatisiert.

00:08:56: Oder die Frau am Brunnen oder allein seine Freunde, die Fischer waren, die eigentlich auch nicht so angesehen waren in der Gesellschaft Jesus hat das alle Schubladen aufgebrochen und das finde ich halt so schön dass er mehr an den Menschen gesehen hat als die Gesellschaft damals.

00:09:13: Ja und es gibt also einige Bliebeferse, die habe mich auch in letzter Zeit wieder total bewegt, im Sinne auch von Stigmatisierung.

00:09:21: Wer ist richtig?

00:09:22: Wer ist falsch?

00:09:22: Welche Kirche was ... Ich möchte euch ein paar Verse gemeinsam durchgehen und zwei in Johannes zählen.

00:09:32: Da nimmt Jesus das Bild vom guten Hirten.

00:09:37: Und da heißt es ich bin eine gute Hirte.

00:09:39: Das finde ich halt so spannend.

00:09:40: Ich habe noch andere Schafe die nicht aus diesem Stall sind.

00:09:44: Auch sie muss sich führen und werden meine Stimme hören.

00:09:48: Und das zuzusprechen, weil ich ... zuzusprechend, dass hey nicht meine Gemeinde, meine Kirche.

00:09:54: Wir sind die Helden!

00:09:57: Wir

00:09:57: haben die Weite und alle anderen sind falsch.

00:09:59: Und Jesus sagt, stopp, ich hab Schafe, die sind überall.

00:10:03: Und diese Schafe hören meine Stimme.

00:10:06: Und

00:10:07: ich möchte sie herausziehen.

00:10:10: Ich möchte Sie rufen.

00:10:12: Ähm... Was ja mir letztendlich auch dann um Umkehrschluss auch sagt, ich kann von anderen Schafen lernen.

00:10:21: Genau!

00:10:21: Was sie von Jesus hören und was Sie von ihm gelernt haben.

00:10:27: Das erfordert für mich eine ganz andere Offenheit anderer Menschen gegenüber weil Jesus sagt hey hör mal her, ich bin da verantwortlich die zu rufen.

00:10:36: Und er sagt Ich kenne meine Schafe und Sie kennen meine Stimme.

00:10:40: also was soll ich denn da urteilen?

00:10:42: Ja

00:10:42: genau Als Außenstehender, als der Person.

00:10:46: Ja und dass Jesus sagt ich posi zu mir?

00:10:51: Wer ist dieses MIR?

00:10:53: Ist es ein theologisches System oder eine Beziehung in die Jesus ein hinein holt?

00:11:00: Lass uns noch einen anderen Vers gehen, Hezekiel vierunddreißig.

00:11:03: da heißt das auch an einer Stelle Ich will das Verlorene wieder suchen Und hier ist auch wieder Gott Der

00:11:10: die Führung übernimmt

00:11:13: die anderen.

00:11:14: Ich werde aktiv und es gibt überall

00:11:17: welche.".

00:11:19: Ich sag das jetzt einfach nur, weil vielleicht aus meinem Hintergrund auch diesen alle falsch ... Und ich bin alleine richtig!

00:11:27: Und er sagte Jesus aber hey, es gibt aber so viele andere.

00:11:34: Es gibt so vieler Andere.

00:11:35: Und hör auf zu sagen, alle anderen sind böse.

00:11:39: Alle anderen sind schlecht oder falsch sondern ist Ich rufe.

00:11:44: Ja, ich glaube das hat auch so ganz viel mit Unsicherheit schon oder auch mit Angst.

00:11:48: was ist wenn ich auf der falschen Seite stehe und dann ja doch nicht zu Jesus gehöre?

00:11:55: also deswegen diese ganz klare Positionierung also wir sind auf der Seite und die anderen sind auf einer falschen seite weil einfach soviel ... Unsicherheit oder Angst auch mit rein spielt.

00:12:08: Dabei, es gibt ja diesen Bibelpferd, erster Samuil-Sechzehn fährst sieben da steht ja der Mensch sieht was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an und das ist ja so etwas wie wir sehen immer nur das Verhalten und vielleicht haben wir irgendjemanden der sich richtig verhält?

00:12:21: Richtig!

00:12:21: Und Anfangs zeicheln in unseren Augen Ja Aber Gott zieht dahinter bei allen auch bei denen die sich nicht richtig in Anführungszeichen verhalten.

00:12:31: Gott sieht die Geschichte der Menschen, er sieht die Motive und die Wunden, die sie haben.

00:12:36: Und wer bin ich ... dass ich urteile?

00:12:39: Ja!

00:12:40: Wer bin ich, das ich urtile?

00:12:42: Das ist ja auch etwas so vor uns.

00:12:43: Die Bibel immer wieder warnt, dass wir eben nicht anderer richten sollen, denn das Gericht gehört Gott.

00:12:48: Und das ist was, was mich bewegt gerade ganz viele Sachen.

00:12:52: Auch bewegt.

00:12:54: Warum gehen manche Menschen auch nicht mehr zu Kirchen?

00:12:58: Warum?

00:12:59: Weil sie mit Gott ein Problem haben oder weil Sie merken, hey ich komme damit den Menschen gar nicht mehr klar.

00:13:05: Es passt nicht für mich es passen menschlich gar nicht.

00:13:11: das heißt die haben also es passt menschliche nicht heißt Ich würd sagen, Sie haben viel Verletzung erfahren.

00:13:16: Ja

00:13:17: und damit ... Also Church Hurt sagen auch manche so ja?

00:13:20: Und damit sind sie einfach völlig überfordert.

00:13:22: Die sagen ich kann nicht regelmäßig in eine Gemeinschaft gehen wo ich das Gefühl habe da gibt es emotionale Gewalt.

00:13:27: Da gibt's immer wieder Grenzüberschreitungen.

00:13:29: also ich setze mich immer wieder Dinge aus die mir echt weh tun und irgendwie wir kommen dann nicht vorwärts und dass manche dann noch sagen boah ich kann ja nicht mehr hingehen weil es kostet mich so viel Kraft!

00:13:39: Und dann wer bin ich, dass sich darüber urteile wie glaube ich dieser Mensch ist nur weil er nicht mehr geht.

00:13:46: Und das heißt ja auch, dass die Menschen an Gott ablehnen, sondern vielleicht auch nur das Bild von Gott was ihnen ...

00:13:52: dort

00:13:53: vermittelt wird und eingeprägt wird?

00:13:56: Ja.

00:13:57: Das ist halt echt schwierig.

00:14:00: Weil jeder irgendwie seinen eigenen Weg letztendlich mit Gott hat

00:14:04: die

00:14:04: Größe zu besitzen und das dem einem zuzugestehen.

00:14:07: Ich vertraue darauf, dass dich Gott führt!

00:14:08: Ich vertrau darauf, daß Jesus dich ruft...

00:14:11: Und du gehörst für mich immer noch zu Jesus?

00:14:13: Also man kann doch nicht sagen selbst wenn jemand aus der Gemeinde austritt oder ja, dass man dem das dann abspricht.

00:14:22: Man weiß nicht warum oder was wirklich groß

00:14:24: ist.

00:14:24: Genau, um zu sagen jetzt bist du verloren oder...

00:14:26: Ja, jetzt ist vorbei.

00:14:27: Du gehörerst jetzt für mich nicht mehr zu Jesus.

00:14:30: Genau.

00:14:30: Ohne die Biografie auch zu sehen, das ist ...

00:14:33: Da denke ich, Jesus ist einfach viel größer.

00:14:35: Weil er kennt die Beweggründe?

00:14:38: Er kennt seine Schafe!

00:14:39: Er kennt das Herz und schaut tief an der Weis an welchem Punkt diese Menschen stehen.

00:14:43: Und da innerlich die Größe zu besitzen und das einfach zu respektieren, wahrzunehmen und zu vertrauen, Gott vor allem zu vertrauen, dass er das macht.

00:14:51: Das

00:14:51: gibt einem selbst auch so voll die Freiheit.

00:14:53: also ich kenne wirklich Menschen und hab das auch erlebt in so Jungveranstaltungen wo dann Es waren junge

00:15:01: Männer,

00:15:01: die dann durch die Reihen ging und in den Mädels gesagt haben, dein Rock ist so kurz.

00:15:07: Du bist so geschminkt oder deine Kleidung passt hier nicht?

00:15:12: Und

00:15:13: ja ... Krass!

00:15:16: Wozu, ne?

00:15:17: Ja, wozu?

00:15:18: Also es gibt mir auch ... Das wollte ich sagen, die Freiheit muss mich ... Darum nicht kümmern, was der andere macht.

00:15:26: Das ist nicht deine Verantwortung?

00:15:30: Das kann den anderen stehen lassen.

00:15:32: Vor allem wenn du keine Beziehung zu dem hast.

00:15:34: Also das ist ja dann noch mal nahe.

00:15:37: Wenn ich irgendwie sag ... Boah, ich sehe dass es hier grad bei dir, Junita volle ne falsche Richtung geht.

00:15:42: oder bei dir Anna und ich, weil ich dich lieb habe möchte ich da mit ihr drüber sprechen.

00:15:47: Dann komme ich auf einer ganz anderen Ebene ins Gespräch als wenn ich jemanden, den ich nicht kenn irgendwas von Kopfknall

00:15:53: Was, wo nicht richtig ist?

00:15:55: Ja.

00:15:56: Auch da einfach sind ... würde ich sensibel mit umgehen.

00:15:59: nur weil ich denke du bist auf dem falschen Weg heißt es nicht ... Du musst jetzt genauso handeln wie ich.

00:16:05: Ich würde aber auch nichts zu dir kommen und sagen also wenn wir zu, ich denk du bist ja auf einem falschen weg.

00:16:08: Aber ich

00:16:08: weiß, aber ich habe auch schon in Gemeinden erlebt dass sie ihren Liebe eine Anführung strichen dann jemanden kritisiert haben.

00:16:17: Nein, ich würde dich erst mal fragen.

00:16:18: Auf den rechten Weg weisen.

00:16:21: Hat dich bewegt, was ist bei dir gerade los?

00:16:22: Warum hast du nie so reden können.

00:16:23: Der Unterschied ist ... Hast du mich wirklich gern?

00:16:26: oder ist der Unterschied ... Ich hab Angst, dass ich meine Verantwortung als Gemeinde mitgeht oder vor Gott nicht erfülle und den Auftrag habe, dir das sagen zu müssen.

00:16:39: Sonst lastet Schuld auf mir, vor Gott!

00:16:42: Oder ist es wirklich ... Mir liegt etwas an dir und ich mach mir echt Sorgen und red mit dir darüber.

00:16:47: Ich hab echt das Interesse.

00:16:48: Und auch da eher Fragen, hey ... Wie

00:16:51: kommst du

00:16:51: dazu?

00:16:53: Lass uns weitergehen!

00:16:55: Das ist ja nämlich Stigmatisierung für zu Schwarz-Weißdenken.

00:16:58: Aber Gott ist ein Gott der Vielfalt und er hat ganz viel Vielfald geschaffen.

00:17:02: Wir haben

00:17:03: eine

00:17:03: Folge mal gehabt von Ericsson über die vier Farbtypen.

00:17:07: Und es ist spannend dass ... Die Temperamente des Menschen, dass jeder so ne Neigung hat zu einem oder zu zweien.

00:17:15: Und spannend ist ja, dass Gott ja auch ... Also er hat uns geschaffen und Gott hat alle diese vier Typen in sich.

00:17:21: Und es gibt ganz viele Bibel-Menschen, die das ja auch zeigen.

00:17:27: zum Beispiel na Mose vor dem Fahrrohrer war auch ein entschlossener Leiter Jesu.

00:17:33: als entschlossener Leiter Jesus im Tempel war auch dann sehr dominant.

00:17:37: also Rot ist aber sehr dominant.

00:17:39: diesen Führung die sagen wo's lang geht diesen sehr straight und alle und führen und die sagen dann einfach Langeht, das ist einfach ganz klar.

00:17:48: Und das gibt's halt auch?

00:17:49: Genau, aber es gibt ... Wir haben damals auch über die Blauntypen geredet, die immer sehr korrekt sind, wo alles genau aufgeführt ist, beschrieben Anweisungen, Gebrauchsanweisung und so weiter.

00:18:00: Was finden wir auch in der Bibel allein, wenn wir uns anschauen wie Gott detailliert die Anweisung zum Bau und zur Ausstattung der Stiftzüte im Alten Testament gegeben hat.

00:18:09: Auch Paulus im Römerbrief, der da sehr strukturiert und klar ist.

00:18:12: also Gott hat auch kein Problem mit Struktur, Präzision.

00:18:16: Das ist auch etwas von ihm kommt, was er auch

00:18:18: ... Aber auch über sich selbst?

00:18:19: Ich bin der gleiche immer.

00:18:21: Genau!

00:18:23: oder halt David, der sein Herz ausgeschüttet hat in den Psalm und Tönen und Tiefen hatte.

00:18:28: Und sehr poetisch, sehr visionär vielleicht auch Charismatisches

00:18:32: ... Ja das ist eben der gelbe Typ!

00:18:34: Der

00:18:35: gelben Typ!

00:18:35: Ja oder der Grüne?

00:18:37: Das ist ja der Bindungstyp, der ganz viel auf Beziehung setzt, dass wenn wir Jesus anschauen wie er mit der Ehrbricherin umgegangen ist oder das Kleines von Faulon im Sohn, das ist ja eine sehr ... Relation also auf Bezierungen Ausgelegt.

00:18:57: Und die Frage ist, wenn Gott all diese Farben in sich trägt und Menschen diese farben?

00:19:02: in sich haben.

00:19:03: Warum kann Kirche nicht auch farbig sein?

00:19:04: Weil es gibt Kirchen, die sind eher blau.

00:19:06: Die sind eher ganz viel Struktur, ganz viele Regeln ... weil das auch Menschen sind, die brauchen das und das ist

00:19:12: das Geziel der Gemeinde ist dann wir müssen alle gleich denken.

00:19:15: Ja!

00:19:16: Und das ist dann schwierig.

00:19:16: Es gibt auch Kirchen diesen eher gelb.

00:19:18: also viel chrismatisch viel

00:19:19: Halleluja!

00:19:21: Also gibt's auch und dass alles irgendwie ein Ausdruck von Gott und sich das einfach bewusst zu werden.

00:19:27: Lass uns aber einen Schritt noch weitergehen.

00:19:29: was bedeutet denn geistliche Reife für euch?

00:19:32: Ja, also Reife hat ja auch sehr viel mit Gefühlen zu tun.

00:19:37: Also wenn ich meine Angst oder Wut oder Unsicherheit nicht fühlen darf dann lerne ich nur zu funktionieren, wenn ich den Umgang damit nicht gelernt habe.

00:19:46: Dann halte ich mich so an das was mir als richtig beigebracht wurde und dann verteidige ich es auch.

00:19:53: Also ohne eigentlich in sich hineinzuspüren.

00:19:56: und Reife bedeutet aber im Gegenzug Unsicherheiten auch zuzulassen und ...

00:20:03: darüber haben wir erst.

00:20:04: Vorletzte Folge gesprochen, diese kognitive Dissonanz auszuhalten, dieses stehenlassen zu können, dass ich nicht immer die Antwort hab oder das ist nicht nur eine Wahrheit?

00:20:16: Ich find doch, dies schwarz-weiß gibt einem Klarheit und Gewissheit.

00:20:20: Aber Reife gibt dann eher einen Vertrauen.

00:20:24: Mhm.

00:20:25: Ja.

00:20:26: Und ich glaub ...

00:20:27: Wenn ich diese Unsicherheiten nicht aushalt, dann brauche ich diese klaren Systeme.

00:20:31: Diese Schubladen ... Und es ist ja auch oft, da haben wir schon darüber gesprochen, dass dahinter eine Angst steckt, dass man vielleicht doch falsch isst und was ganz falsch macht.

00:20:45: Dann ist man vielleicht verloren am Ende oder was auch immer?

00:20:48: Damit ich diese Angst nicht habe, mich der nicht stellen muss, helfen mir die Feindbilder, wo andere in so Schubladen ... reinstecken kann.

00:20:58: Wenn ich so Unsicherheit hinzulasse, ist das natürlich erst mal unangenehm und ich muss den Umgang damit lernen.

00:21:03: aber ich habe gemerkt dass macht mein Glauben eigentlich viel weiter meine Liebe auch größer.

00:21:10: Schutzmechanismus.

00:21:11: Darüber haben wir auch vorletzte Folge gesprochen, wenn ich das mache?

00:21:15: Also Reife bedeutet heute viel mehr für mich.

00:21:17: also Ich kann fühlen und reflektieren.

00:21:19: Ich kann Spannungen aushalten.

00:21:20: Es gibt ein Buch Das heißt Glaubensriesen- und Seelenzwerge.

00:21:24: Da redet ein Pastor genau über diesen Prozess zwischen ich das und dass und das ist richtig.

00:21:30: aber der hat jegliches Inleben verloren Und wie er anfing zu fühlen gefunden hat.

00:21:36: Das passt doch selbst eigentlich so richtig!

00:21:39: Warum braucht denn diese innere Stabilität, also dass ich mich auf den anderen einlassen kann?

00:21:48: Neugier.

00:21:52: Also ich glaube ... Ich würde es fast andersrum sagen wenn ich neugierig sein möchte um mich auf die anderen eins zu lassen, brauche ich diese inneren Stabilität.

00:22:01: Also dieses, das sich sicher bin auf meinem

00:22:04: Glaubensschiff,

00:22:07: oder auf meinem Weg, dass ich so in mir selbst ruhe und diese wie wir vorhin gesagt haben, diese Spannungen aushalten kann.

00:22:16: Und dann kann ich mich auch dem anderen neugierig zuwenden weil das nicht mein Glaubenskonstrukt meinen Glauben komplett einreist wenn der jetzt eine andere Meinung vertritt als ich

00:22:25: Und dann einfach im Gespräch auch immer zu fragen, hey wie bist du zu dieser Meinung gekommen?

00:22:29: Na was ist überhaupt deine Geschichte.

00:22:31: Wie bist du aufgewachsen?

00:22:32: weil Biografie prägt Gottes Bild.

00:22:34: und

00:22:35: da

00:22:35: mutig und neugierig zu fragen und immer wieder mir hilft das auch mit mir zu sagen, Hey stopp der greift dich jetzt nicht an!

00:22:42: Er erzählt einfach etwas.

00:22:43: er denkt, was sein Leben aus ihm gemacht hat, dass er eine Kenntnis entkommen ist, weil er auch sucht nach Gott.

00:22:55: Ja, was ist dein aktueller Stand?

00:22:57: Das nehmen wir uns auch manchmal viel zu wichtig.

00:22:58: Es geht nicht immer nur um uns und dass Leute uns angreifen.

00:23:02: So interessant sind wir!

00:23:03: Ja

00:23:04: so interessant sind für mich aber werden doch manchmal gefragt, welche Gemeinde gehört ihr in Bindung?

00:23:09: Ja genau

00:23:10: ja.

00:23:11: also ich kann das voll gut nachvollziehen weil

00:23:13: man ist

00:23:14: neugierig und dann will er auch ein bisschen Orientierung haben.

00:23:19: Aber unser Anliegen mit in Bindung Der Fokus liegt ja ganz woanders.

00:23:24: Also da geht es ja gar nicht darum, dass wir hier unsere Glaubenspunkte vermitteln oder so.

00:23:31: Wie

00:23:31: uns vielleicht vor anderen unterscheiden?

00:23:33: Genau!

00:23:33: Oder dass wir sagen das und das ist nur richtig.

00:23:36: Sondern bei Entbindung geht's um Beziehungen.

00:23:38: also wir sprechen viel über Beziehung, über Bindung, über Entwicklung, v.a.

00:23:43: bei Kindern und Entwicklung von Glauben bei Kindern.

00:23:47: Und halt um eine Beziehungszeit mit Gott.

00:23:51: Das ist richtig und das ist falsch.

00:23:53: Und natürlich sprechen wir auch manchmal über theologische Sachen, ist klar.

00:23:56: aber da darf jeder auch das mitnehmen was für einen passt oder einem gut tut.

00:24:02: Ja und die Beziehung zu Jesus steht trotzdem immer im Mittelpunkt weil das für uns auch die Beziehenung ist, die wir an unsere Kinder weitergeben wollen.

00:24:08: Genau ich verstehe halt den Wunsch das so ein bisschen einzuordnen.

00:24:11: Aber ich muss ehrlich sagen Ich gehör einer Glaubensgemeinschaft an Da kann ich mich nicht zu hundert Prozent auch mit identifizieren.

00:24:19: Ich find das selbst schwer, mich selber irgendwo einzuordnen.

00:24:24: Von daher ist es dann natürlich noch schwieriger ... dass Außenstehende mich richtig einordnen können, weil ich's ja selber nicht kann.

00:24:32: Das stimmt!

00:24:32: Es gibt auch Menschen in meiner eigenen Konfessionen, mit denen fühle ich mich gar nicht verbunden, da fühl ich mich mit anderen Menschen andere Konfissionen viel stärker verbunden als den.

00:24:41: Das kann man sogar nicht sagen, da gibts ganz andere Überschneidungen.

00:24:45: Danke mir für eure Gedanken zum Richtig- oder Reif.

00:24:48: Wir sind selber auf dem Weg, wir sind selber Suchende und ich lerne immer wieder neu, mir das eingestehen zu dürfen!

00:24:55: Ich bin Suchende, ich habe nicht alle Antworten... ...ich muss nicht alle antworten haben um ein Gegenüber genauso.

00:24:59: Wenn ich wissen alle auf den Weg Gottes bei uns, wenn wir lernen zu fühlen verletzlich zu sein neugierig zu sein können wir auch voneinander lernen.

00:25:09: Das war wieder eine Folge von Inbindung in Verbindung Leben mit deinem Kind der selbst und Gott.

00:25:14: Danke, dass du dich heute auf dem Weg zu diesem Ziel gemacht hast und wir freuen uns auch schon auf das nächste Mal mit dir.

00:25:19: Wenn es weitergeht mit dem Thema Bednissbindung wie Jesus zum sicheren Ort für Kinder wird!

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